Mediation im Wohnungseigentum

Wenn aus unterschiedlichen Interessen ein persönlicher Konflikt wird.

Wo Menschen gemeinsam Eigentum besitzen, treffen unterschiedliche Interessen aufeinander.

Das ist normal und zunächst auch kein Problem. Schwierig wird es, wenn aus einer Meinungsverschiedenheit ein persönlicher Konflikt entsteht.

In meiner langjährigen Tätigkeit in der Immobilienverwaltung habe ich viele solcher Situationen erlebt. Es geht um Lärm, die Nutzung von Allgemeinflächen, Parkplätze oder unterschiedliche Vorstellungen bei notwendigen Sanierungen. Manchmal liegt der eigentliche Grund des Konflikts aber längst woanders: Persönliche Feindschaften haben sich entwickelt und eine sachliche Verständigung ist kaum noch möglich.

Wo die Möglichkeiten der Hausverwaltung enden

Eine Hausverwaltung kann informieren, organisieren und Entscheidungen im Rahmen des Wohnungseigentumsgesetzes und anderer gesetzlicher Bestimmungen umsetzen.

Sie kann aber nicht jeden Konflikt lösen.

Besonders deutlich wird diese Grenze, wenn nicht mehr die Sache selbst im Mittelpunkt steht. Wenn aus unterschiedlichen Auffassungen persönliche Auseinandersetzungen geworden sind, helfen ein weiteres Schreiben der Hausverwaltung oder der nächste Brief eines Rechtsanwalts häufig nicht dabei, die eigentliche Ursache des Konflikts zu bearbeiten.

Genau an diesem Punkt kann Mediation sinnvoll sein.

Konflikte entwickeln eine eigene Dynamik

Ein ungelöster Konflikt bleibt selten einfach stehen.

Am Anfang versuchen die Beteiligten noch, einander von der eigenen Position zu überzeugen. Die Diskussionen werden härter, das gegenseitige Verständnis nimmt ab. Irgendwann wird nicht mehr miteinander, sondern übereinander gesprochen. Aus Sachfragen werden persönliche Fragen und aus unterschiedlichen Interessen können feste Fronten entstehen.

Wer sich nur noch durchsetzen möchte, hört irgendwann nicht mehr zu.

Je weiter ein Konflikt eskaliert, desto schwieriger wird es, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Und auch Mediation hat Grenzen. Sie setzt voraus, dass die Beteiligten zumindest bereit sind, miteinander zu reden und sich mit der Sichtweise der anderen Seite auseinanderzusetzen.

„Manchmal ist der erste Fortschritt, wieder miteinander reden zu können.”

Wieder miteinander reden

Mediation verspricht nicht, jeden Konflikt zu lösen.

Manchmal besteht ein wichtiger erster Schritt darin, überhaupt wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.

Als Mediator entscheide ich nicht, wer Recht hat. Ich gebe auch keine Lösung vor. Meine Aufgabe besteht darin, einen Rahmen zu schaffen, in dem die Beteiligten ihre unterschiedlichen Sichtweisen, Interessen und Bedürfnisse darstellen können und einander wieder zuhören.

Ob daraus eine gemeinsame Lösung entsteht, entscheiden die Beteiligten selbst. Im besten Fall gelingt es, aus verhärteten Positionen wieder Möglichkeiten zu entwickeln, mit denen die Beteiligten leben können.

Erfahrung mit Wohnungseigentum und Mediation

Konflikte im Wohnungseigentum haben eine Besonderheit: Die Beteiligten können einander meist nicht einfach aus dem Weg gehen.

Sie bleiben Miteigentümer derselben Liegenschaft. Entscheidungen über das gemeinsame Eigentum müssen auch in Zukunft getroffen werden.

Meine langjährige berufliche Erfahrung in der Immobilienverwaltung hilft mir dabei, die Strukturen und typischen Konfliktfelder von Eigentümergemeinschaften zu verstehen.

In der Mediation habe ich jedoch eine andere Rolle.

Ich bin nicht Hausverwalter, nicht Vertreter einer Seite und nicht Entscheider. Als eingetragener Mediator begleite ich die Beteiligten neutral und allparteilich dabei, selbst nach einem Weg aus ihrem Konflikt zu suchen.

Manchmal entsteht daraus eine konkrete Vereinbarung. Manchmal ist der entscheidende Fortschritt zunächst etwas viel Grundlegenderes: wieder miteinander reden zu können.

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